Ein Areal mit (farben-)reicher Geschichte

Das Klybeck ist ein dicht bebautes Industrie- und Arbeiterquartier: Chemische Industrie, Hafenbahnhof und Tramdepots haben seine Entwicklung bestimmt.

 

Der Name des Quartiers leitet sich vom einstigen Klybeckschloss ab, einem auf das Mittelalter zurückgehenden Weiherhaus, das im 18. Jahrhundert den Landvögten von Kleinhüningen als Amtssitz diente.

 

Ein grosser Teil des Klybeck-Quartiers wird heute vom Areal der chemischen Industrie eingenommen, die auf die erste, von Alexander Clavel 1864 hierher verlegte Fabrikationsstätte zurückreicht. Damals noch ausserhalb der Stadt, wurde das freie Feld nördlich der heutigen Dreirosenbrücke nach und nach überbaut und das Flusswasser für die industrielle Herstellung von Farben genutzt.

 

Mit dem Wachstum der chemischen Fabrik, die als kleine Industrieanlage für die Farbenproduktion begann und 1884 in Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel (Ciba) umbenannt wurde, setzte auch eine Verdichtung der Wohnbebauung ein. Das Klybeck entwickelte sich zu einem typischen Arbeiterquartier.

 

Für die Bebauungsstruktur des Klybeck ist das enge Nebeneinander von Industrie- und Wohnbauten charakteristisch. Grundlage für die Bebauung bildete ein gegen Ende des 19. Jahrhunderts festgelegtes Strassennetz, das unter Anpassung an die expandierenden Industriebetriebe auch weitgehend umgesetzt wurde.

 

Die chemische Industrie prägte nicht nur die soziale Bevölkerungsstruktur, sondern auch das städtebauliche Erscheinungsbild des südlichen Quartierteils. Ihren Anfang nahm die chemische Fabrik mit wenigen, vor allem eingeschossigen Shedbauten [Fabrikhallen mit Sägezahndach]. Bereits ab 1895 wurde der alte Nebenarm des Rheins aufgefüllt, um die Klybeckinsel nutzbar zu machen – der Altrheinweg und die Inselstrasse erinnern noch heute daran. Ab 1922 entstanden hier der Umschlagplatz für Brennstoffe und der Hafenbahnhof. Das Chemie-Areal ist in den rund 150 Jahren seit seiner Gründung stetig gewachsen und hat sich immer wieder stark verändert. Die Bauten wurden den jeweiligen Bedürfnissen angepasst, d.h. sukzessive umgebaut, vergrössert oder neu erstellt. Heute sind die Areale beidseits der Klybeckstrasse von Bauten unterschiedlicher Grösse aus verschiedenen Epochen geprägt.

 

Entlang der Mauerstrasse hingegen hat die durchgehende Verwendung von rotem Sichtbackstein für ein einheitliches Erscheinungsbild gesorgt. In diesem Bereich stehen auch die ältesten erhaltenen Fabrikbauten des weitläufigen Areals.

 

(Auszug aus: Jahresbericht 2016, Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt, Basel 2017)


Einige bildliche Impressionen aus der Geschichte des Klybeck